VOM AUßEN INS INNERE
Regen prasselt in den Straßenecken,
der Himmel sich geöffnet hat;
im Inner'n will ich mich verstecken,
bin des Lebens Außen satt.
So werd' der Seele ich gewahr,
die in meiner Mitte glüht;
sie von jeher in mir war
und ewig neu in mir erblüht.
So wird der Frühlingsregen,
der weiter nieselt auf den Wegen,
zur Chance für das Innenleben
sich in der Schöpfung Hand zu geben.
REISENDE
Wir sind Reisende innerhalb der Zeit,
mal ist's noch zu früh, mal sind wir so weit,
der Zeit zu begegnen
und den Weg zu ebnen,
mit jedem Schritt, den wir gehen,
Ziel und Weg auch zu sehen,
jeden Schritt zu genießen
mit einem inneren Fließen,
der Natur angehörend
und auf ihren Puls hörend,
sich wissend im All-Einen
mit dem Großen Ganzen vereinen.
GEHEIMNIS DER FREIHEIT
In des Sommers letzter Wärme
zieh'n am Himmel Vogelschwärme;
mit ihrem Licht- und Schattenspiel
fliegen Gedanken ohne Ziel.
Die Freiheit spüre ich im Inner'n,
die Seele möchte mich erinnern,
dass sie ist zu spüren jederzeit
im Kern uns'rer All-Einigkeit.
Denn mit allem ist unser Kern verbunden,
und Freiheit wird im Sein gefunden,
das durchdrungen ist von Göttlichkeit
im Fließen der Unendlichkeit.
DAS RUFEN DER SEELE
Die Wolken ziehen,
der Geist ohne Rast,
dem Leben entfliehend,
der Horizont verblasst.
Unruhe im Inner'n,
die Seele ruft laut
und lässt mich erinnern,
was sie schon geschaut:
Diese Höhe und Weite,
ihre andere Seite,
die so endlos ist,
dass nur der Schöpfer sie misst.
EINSWERDEND IN DIR
Mensch, Pflanze, Tier
sind einwerdend in Dir.
Zwei Menschen - ein Wir
sind einswerdend in Dir.
So dient das große Ganze
dem Höchsten zum Tanze,
in dem wir uns drehend
betrachten das Geschehen,
das Auf und Ab des Lebens Wellen,
die mal plätschernd und mal schnellend
an des Lebens Ufer stranden,
wo sie - einswerdend – versanden.
HINTER DEN ERSCHEINUNGEN
Wenn der Mond aufgeht
und hell und klar am Himmel steht,
sich schnell um diese Erde dreht:
Wer ist es, der die Natur wirklich versteht?
Als Teil der Natur verstehen wir Menschen diese nicht,
und nur selten fällt auf sie ein solches Licht,
das den Schein des Mysteriums durchbricht
und die Lösung des Rätsels verspricht.
Mit dem Verstand kannst Du gar nicht die Natur begreifen,
mit den Händen nicht ihr Wesen greifen ... :
Nur mit der Seele als Intuition
hast Du eine Ahnung, eine Art Faszination,
dass Gott letztlich in allem wirkt
und sein Wirken vor uns nur verbirgt.
ABENDMELANCHOLIE
Als traurige Melodie
liegt die Melancholie
über des Abends Röte;
sie erfasst Deine Nöte,
Deine Gedanken und Sorgen
über Dein Gestern und Morgen,
die Trauer in Dir
über ein einstiges Wir;
auch die Zukunft in Sicht
trübt in Dir Dein Licht ... .
Doch lass all dies los ..
in des Augenblicks Schoß.
DES LEBENS SPIEL
Wenn das Leben mich verbraucht,
der Kopf voller Gedanken raucht,
wo bin ich, und wo will ich hin,
wo ist der Weg, mit welchem Sinn?
Wo liegt des Lebens Fülle,
in die sich die Seele hülle?
Offen für ein intensives Leben,
wird sich die Leidenschaft ergeben,
schweigend reden und blind sehen,
wie ein Blatt im Sturme wehen,
tanzend nach unten und nach oben
mit des Lebens Spiel verwoben.
DER WELTEN GEIST
Nichts ist schöner als der lockende Ruf
dessen, der uns und die Welt erschuf,
und sein Licht, seine Glückseligkeit
bereite den Weg in die Ewigkeit.
Das Nirvana der Buddhisten
und das Nichts der Atheisten,
Gott erfahr'n als Hinduisten
und das Paradies der Christen:
Alles ist im Geiste eingebunden
und die Seele, die Du in DIR gefunden,
auf den gleichen Geist verweist,
der mit Dir die Welt bereist.
SÜDFRANKREICH
Der Duft nach Gras, der Duft nach Heu,
war ewig hier, ist ewig neu.
Die Sonne heiß vom Himmel brennt,
als Schauspiel, das den Schöpfer kennt.
Der Schöpfer jedoch nun wiederum
kennt sein Schauspiel andersherum,
das Werden und Vergehen,
das wir stets vor Augen sehen.
Inmitten von Vergehen und Werden,
versuch' ich in Stille mich zu erden,
dass die Trauer über das Vergehen
mit dem Wind hinweg wird wehen.