DER WEG HINAUS
Den Weg nehm' ich hinaus,
aus der lauten Stadt heraus,
wo Leute im Straßenverkehr
geschäftig sind, doch leer.
Der Weg in die Einsamkeit,
in die Natur der All-Einigkeit,
die freie Luft atmend
und Schönheit erwartend,
öffnet mit jeder Pflanze, jedem Baum
sich vollkommen neuer Raum,
uns zu zeigen die Essenz
allumfassender Existenz.
SONNENSPIEL
Sonne satt, des Glückes viel,
atemraubendes Sonnenspiel,
das im Oktober die Farben lässt erglüh'n,
ein letztes Fest vor dem Verblüh'n.
Einmal noch wärmt Sonne die Haut,
bald stürmen wilde Herbstwinde laut,
mit Regen von den Fenstern rinnend
und Menschen über's Leben sinnend.
So hat ein jedes seine Zeit,
der Mensch jetzt noch aktiv, bald er verweilt,
um zu erinnern und erahnen,
zu gegenwärtigen und neu erfahren.
IM RHYTHMUS DER NATUR
Die Sonne kommt warm über das Tal,
wo gerad' voll Tau war noch das Grün,
sodass die Pflanzen Mal um Mal
im frühen Sonnenlicht erblüh'n.
Der Fluss, der durch das Tale rauscht,
begleitet Nacht und Morgen,
und wer auf seinen Rhythmus lauscht,
fühlt sich in ihm geborgen.
So nahm der Rhythmus der Natur
von jeher den Mensch' in seinen Bann,
ging er doch über Tal und Flur,
während der Mensch über das Leben sann.
ALS SPUR IN DER NATUR
Am Strand das Meeresrauschen,
Wind im Haar und lauschend,
die Größe der Natur berührend
und den Sand zu Füßen spürend,
bin ich als Teil der Natur,
hinterlassend eine eig'ne Spur,
jetzt noch hier, doch bald vergangen
und immer wieder neu anfangend.
HERBSTGESANG
Die Blätter trudeln von den Bäumen
als leise Klänge zu den Träumen,
ein Pfeifen zieht durch das Gebälk,
es raschelt Laub, welches ist welk.
So wie der Wind fegt über's Feld,
so kommt der Herbst über die Welt.
Vogelschwärme ziehen schreiend über's Land,
der Herbst kleidet sich in sein schönstes Gewand,
bis es zum Winter hin erstirbt
und die Landschaft trostlos wird.
DAS FLÜSTERN DES FLUSSES
Ein Glucksen, ein Sprudeln,
kleine Wirbel, die strudeln,
flüstert der Fluss durch mein Inneres
über die Gegenwart und sein Erinnnertes.
Von ihrem Weg spricht die Welle,
von hierher bis zur Quelle,
ihr Blick geht zurück
zu ihres Ursprunges Glück.
Ein Flüstern, ein Reden
über den Fluss und sein Leben:
Der Fluss leis' zu mir spricht
als wär's seines Schöpfers Gedicht.
SPÄTSOMMERTAG
Menschen durch die Straßen schlendern,
sind entspannt, möchten nichts ändern,
denn die Ruhe, die in ihnen wirkt,
ist der Rhythmus, der zum Leben wird.
Spätsommersonne scheint hernieder,
spiegelt sich in den Menschen wider,
die lächelnd den Moment berühren,
die Seele in sich wohnen spüren.
Ein jeder möchte den Moment erhalten,
dass nicht der Herbst mit seinen kalten
und blätterlosen Regentagen
stellt der Vergänglichkeit die Fragen.
TRAUER IM HERZEN
Ein Kommen, ein Gehen,
das wir nicht verstehen,
ein Werden, ein Sterben
als Kreislauf auf Erden,
ist der Natur gegeben
auch in unserem Leben;
als Erzeugnis der Natur
kommen und gehen wir nur,
doch in einer anderen Welt
wirken wir am Himmelszelt
funkelnden Sternen gleich
und innerlich vollendet reich.
KINDHEITSERINNERUNG AN SÜDFRANKREICH
Mitten im Wald und seinen Geräuschen,
saßen wir vor dem Haus auf der Terrasse,
umgeben von Kreuchen und von Fleuchen,
weit weg von jeder Altstadtgasse.
Über uns nächtliche Sterne,
hell in tiefer Dunkelheit,
bereiste ich die weite Ferne,
Gedanken in Unendlichkeit.
Mystisch war dieses Erlebnis
und grenzenlos erschien die Nacht
wie ein ewiges Geschehnis,
aus dem schließlich doch der Tag erwacht.
NEBEL IN DEN ALPILLEN
Donnergrollen, erster Regen,
Pflanzen lechzen ihm entgegen,
Nebelschwaden in den Bergen,
die verhangen um die Sonne werben,
damit das Licht in schönsten Farben
dem Maler dient als Motiv zum Malen.
Doch der Dichter diesen Nebel schätzt
und in Melancholie sich versetzt,
zu schreiben auch über die Pein,
die gehört zum Menschensein.