LANGJÄHRIGE LIEBE
Zueinander gefunden,
sich gerne gebunden,
als jung wir noch waren,
die Liebe getragen,
bis zum heutigen Tag
das Abenteuer gewagt,
die Liebe täglich erlebend
und in den Alltag sie webend,
dessen Farben belebend -
sind zwei Seelen
in Liebe einander ergeben.
DIE LIEBE
Die Liebe kommt, ohne Dich zu fragen,
und Du verstummst, weißt nichts mehr zu sagen;
sie kommt, einen Blick Deines Inner'n zu erhaschen
und Dich mit ihrer Kraft, ihrer Intensität zu überraschen.
Die Liebe kommt auf verschiedene Weise,
mal laut, und auch mal leise,
nicht nur als Mensch, als Frau oder als Mann,
auch als Baum, als Wasser, zieht sie Dich in ihren Bann.
Die Liebe wünscht sich ... ein offenes Herz,
Bereitschaft für Schmerz
und das verschwendende Weitergeben
ihres ureigenen Kerns.
DIE LIEBE SPÜREN
Die Liebe spüren,
sich im Herzen berühren,
Wunder erblühen,
Gesichter erglühen.
Worte fehlen,
Träume beseelen,
glückliches Lachen,
Feuer entfachen.
Die Liebe spüren,
sich sinnlich verführen
und atemlos
das Haupt in des anderen Schoß.
GEBETTET AUF DORNEN
Mein hungriger Atem begehrt Dich,
leidenschaftlicher Kuss,
mein Körper verzehrt sich,
er darf nicht, er muss.
... und möcht' ich mich erwehren
gegen die Glut, gegen das Feuer,
wer wird es mich lehren,
nicht zu begehren ...
das Abenteuer?
LIEBESTAUMEL
Dem Liebestaumel hingegeben,
mit Dir mich täglich neu erlebend,
bin ich in das Abenteuer „Welt“
in Vollkommenheit hineingestellt.
Denn durch Deine Augen seh' ich alles neu,
und nichts ist mehr, das ich bereu',
am Kleinsten ich mich nun erfreu',
nichts Großes, das ich nun mehr scheu'.
So dank' ich Gott für diesen Segen,
zu gehen auf unbetret'nen Wegen,
mit Dir im Kleinen wie im Großen
an keine Grenzen mehr zu stoßen.
EINE LIEBE, SO GROß ...
Trauer empfunden
um die Zeit und die Stunden,
gemeinsam verbracht,
geliebt und gelacht,
als wär' da kein morgen
mit Problemen und Sorgen,
sich einfach vergessend
und Freiheit ermessend ... ,
... eine Liebe, so groß,
als ein Schicksal - ein Los.
DAS UNSICHTBARE ...
Das gewisse Etwas ist -
was Du hast und bist,
das ich nicht seh'
und doch erfleh',
wenn ich Dich seh'.
Das Gewisse - es ist nicht zu zählen,
doch sein Wesen stets zu wählen,
in jedem Moment -
ein Anfang, kein End'.
LOSLASSEN
Des Nachts erwacht,
an Dich gedacht,
der Kopf - er schmerzt,
lang nicht gescherzt,
in den Gedanken Sorgen ...
... sehe ich ins morgen,
das sich nicht eilt,
Erinnerung bei Dir verweilt,
ein Schmerz - ein Stich
bleibt, doch verändert sich.
MORGENRÖTE
Es blickt das Tal,
es ruft der Morgen,
im ersten Sonnenstrahl
bin ich geborgen.
Wie in der Heimat,
so auch in der Ferne,
in südlicher Wärme,
seh' ich meine Statt:
Dort möcht' ich einst
wieder verweilen
und von Morgenröt' und Sonnentanz
Dir schreiben diese Zeilen.
ALLES HAT SEINE ZEIT
Im Leben hat ein jedes seine Zeit,
mal ist es zum Wachstum, mal zum Sterben bereit,
und wie auf's Neue jedes Jahr
sind bunte Blüten wieder da,
den Kreislauf beginnend
und das Leben gewinnend,
so liegt im Herbste das Ersterben
bis der Frühling kommt mit neuem Werben.
So hat alles, das entsteht,
seine Zeit, in der's vergeht,
und was von Menschenhand geschaffen,
die Zeit wird sicherlich hinweg es raffen.
Doch von Neuem wird der Mensch erbauen
und wieder vertrauensvoll ins Leben schauen,
durch das Leben und die Liebe,
stets hoffend, das etwas von ihm bliebe.